ARBEITSMARKTPOLITISCHE BETREUUNGSEINRICHTUNG

Die arbeitsmarktpolitische Betreuungseinrichtung des Beratungszentrums für Migranten und Migrantinnen in 1010 Wien, Hoher Markt 8/4/2/2, (i.d.F. das Beratungszentrum) besteht seit 1983. Es ist eine der ältesten und größten Beratungseinrichtungen in Österreich und eine wichtige und unabhängige Anlaufstelle, Drehscheibe und Kooperationsstelle bzw. Netzwerk für Migranten und Migrantinnen in Wien

Die ursprüngliche Intention zielte auf eine Betreuung der ArbeitsmigrantInnen aus den traditionellen Herkunftsländern Jugoslawien und Türkei ab. Mittlerweile wurde die Betreuungseinrichtung ausgebaut und vergrößert. Im November 2004 wurde durch Übernahme der Agenden des ehemaligen Wiener Integrationsfonds das Betreuungsangebot erweitert und bietet Beratung mit 14 BeraterInnen in 16 Sprachen an.

Unsere Zielgruppe

Grundsätzlich stehen die Angebote der Betreuungseinrichtung allen ArbeitsmigrantInnen in Wien offen. Priorität haben jedoch Männer und Frauen mit nicht-deutscher Muttersprache (Migranten und Migrantinnen unabhängig von der Staatsbürgerschaft) und deren Angehörige bzw. österreichische StaatsbürgerInnen mit Familienangehörigen nicht-deutscher Muttersprache sowie anerkannte Konventionsflüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte, die in Wien leben.

Ziel

Ziel der Arbeit ist jene Faktoren zu beseitigen, die die gesellschaftliche Integration und den erfolgreichen (Wieder-) Einstieg von MigrantInnen in den Arbeitsmarkt, den Beruf bzw. die Ausbildung erschweren oder gefährden. Der Schwerpunkt liegt in der Beratung, Betreuung, Information und Unterstützung. Die Beratung ist auf Problemlösung ausgerichtet, Betreuung stabilisiert und erweitert die Handlungskompetenz der Ratsuchenden. Hilfe zur Selbsthilfe steht im Vordergrund.

Das Ziel wird durch ein breit gefächertes Hilfs- und Serviceangebot in Form von Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit, muttersprachlicher Beratung, Betreuung bzw. Hilfestellung erreicht.

Wir bieten speziell bei Migrationsproblemen Information, Beratung, Betreuung und Hilfestellung bezüglich Aufenthalts, Beratung in verschiedenen Rechtsfragen, Unterstützung im Umgang mit Behörden, Hilfe bei Sprach- und Wohnproblemen und Hilfestellung bei der Erlangung eines Arbeits- bzw. Ausbildungsplatzes. Bei Problemen bzw. Missverständnissen in der Kommunikation zwischen Ämtern/Behörden und MigrantInnen hat das Beratungszentrum eine wichtige Vermittlungs-, Ergänzungs- und Brückenfunktion in Wien.

Unsere BeraterInnen verfügen über folgende Qualifikationen:

  • Mehrsprachigkeit
  • Interkulturelle Kompetenz
  • langjährige einschlägige Erfahrung,
  • fundierte Ausbildung im Sozialen Bereich
  • Expertenwissen (Rechtskenntnisse in allen ausländerspezifischen Fragen)
  • Hilfestellung in allen ausländerspezifischen Fragen

Wir bieten den Ratsuchenden besondere Kundennähe und klientenzentriertes Arbeiten an, aufgrund von:

  • Wegfallen der Sprachbarriere. Die Sprache spielt in allen Lebensbereichen eine herausragende Rolle und kann bei Nichtverstehen zu einem großen Hindernis werden. Vor allem MigrantInnen aus nicht-deutschsprachigen Ländern stehen vor großen Problemen, denn nicht nur die Umgebung und Menschen, sondern auch die Sprache ist fremd. Als besonders problematisch erweisen sich sprachliche Hindernisse, wenn man in Krisensituation Hilfe sucht. Die Muttersprache spielt vor allem in der Beratung eine herausragende Rolle. Die Nachfrage an Beratung nimmt ständig zu. Das Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen, arbeitsmarktpoltische Betreuungseinrichtung Hoher Markt hat auf die Bedeutsamkeit der Muttersprache reagiert und bietet inzwischen Beratung in 16 Sprachen an (siehe oben). Da neben bestehenden Sprachen vor allem die Zahl der MigrantInnen aus dem arabischsprachigen Raum zunimmt, wird seit Mitte Oktober 2007 in der Beratung die Unterstützung eines Arabischdolmetschers angeboten. Mutter-/mehrsprachliche professionelle Beratung bleibt daher wichtig und wird aufgrund der Komplexität und Vielfältigkeit sogar wichtiger.
  • gezielten und individuellen Problemlösungsstrategien

Beratungssprachen

Arabisch, Armenisch, Bosnisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Hindi-Urdu-Punjabi,Italienisch, Kroatisch, Kurdisch, Polnisch, Russisch, Serbisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch

Beratungsschwerpunkte

  • Hilfestellung, Beratung und Information in Angelegenheiten des Ausländerbeschäftigungsgesetzes (AuslBG). Insbesondere in allen Fragen der Erteilung einer Beschäftigungsbewilligung, einer Arbeitserlaubnis und eines Befreiungsscheines;
  • Hilfestellung, Beratung und Information in Angelegenheiten des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (Information über Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Pensionsvorschuss, Weiterbildungsgeld, Altersteilzeitgeld, Übergangsgeld);
  • Hilfestellung, Beratung und Information in Angelegenheiten des Niederlassungs– und Aufenthaltsgesesetzes (NAG);
  • Hilfestellung, Beratung und Information in Angelegenheiten des Fremdenpolizeigesetzes (FPG);
    familienrechtliche Angelegenheiten, in erster Linie im Zusammenhang mit dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz, Fremdenpolizeigesetz und dem Staatsbürgerschaftsgesetz;
  • Hilfestellung und Beratung (Einzel- und Gruppenberatung) zur Erlangung und Erhaltung eines Arbeits- oder Ausbildungsplatzes;
  • Klärung der persönlichen Voraussetzungen und Vorstellungen hinsichtlich des Berufs- und Arbeitsplatzwunsches, Ausarbeitung eines individuell abgesteckten Ziel- und Betreuungsplanes;
  • Information über Angebote zur Erlangung beruflicher Kompetenz an die aktuellen Erfordernisse am Arbeitsmarkt (Zwischen- und Schnittstelle);
  • Erteilen von allgemeinen Informationen über die Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes;
  • individuelle Hilfestellung bei der Arbeitssuche (Hilfestellung bei der Abfassung von Bewerbungsschreiben, Kontakte zu Arbeitgebern und zum Arbeitsmarktservice;
  • Hilfestellung, Beratung und Information der Ratsuchenden über arbeitsmarktpolitische Schulungs- und Förderungsmaßnahmen nach dem Arbeitsmarktservicegesetz (Kursmaßnahmen, Umschulungen, Beihilfen);
  • Hilfestellung, Beratung und Information zu Fragen bezüglich der Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft;
  • Hilfestellung, Beratung und Information in Belangen des Sozialhilfegesetzes;
  • Durchführung von individuellen Beratungen über sozial- und arbeitsrechtliche Fragen (Kündigung, Abfertigung, Arbeitnehmerrechte) in Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmerinteressensvertretungen;
  • Information in allen Belangen der Sozialversicherung (Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung);
  • Aufklärung, Information, Beratung von MitarbeiterInnen der Stadt Wien -„HelferInnenberatung“ – (z. B. MA 11, MA 15a, MA 50, MA 35 etc.);
  • Durchführung von Einzel- und Gruppengesprächen für arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte MigratInnen bei psychischen und sozialen Problemen, die durch die Erwerbslosigkeit entstehen beziehungsweise die Arbeitsfähigkeit behindern;
  • Ausarbeiten von Vorschlägen für das AMS zur Durchführung von arbeitsmarktpolitischen Schulungs- und sonstigen arbeitsmarktpolitischen Förderungsmaßnahmen und Antidiskriminierungsmaßnahmen;
  • Mitwirkung bei der Durchführung von arbeitsmarktpolitischen und sonstigen Schulungsveranstaltungen für ausländische ArbeitnehmerInnen und deren Familienangehörige;
  • Hilfestellung in familienrechtlichen Belangen, sofern sie zur Erlangung und Erhaltung eines Arbeitsplatzes beitragen (Kinderbetreuung, Unterhalt);
  • Hilfestellung, Beratung und Information in Flüchtlingsangelegenheiten in Zusammenhang mit dem AuslBG;
  • Unterstützung bei Problemen mit Behörden, bei der Abfassung von Berufungen, beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt, beim Ausfüllen von Formularen, Übersetzungen (vorwiegend ausländischer Personaldokumente, Schul- und Dienstzeugnisse, Bestätigungen von Dienstgebern oder Versicherungsanstalten aus den jeweiligen Herkunftsländern für das Arbeitsmarktservice), telefonische Dometschtätigkeit, etc.;
  • Nötigenfalls Interventionen und bei schwierigen rechtlichen Problemen die Herstellung des Kontaktes zu den Fachleuten der Interessensvertretung und den Sozialversicherungsträgern;
  • Telefonische Rechtsauskunft und E-Mail-Beratung;
  • Vorträge, Gruppenberatungen, Informatonsveranstaltungen für Betroffene, MultiplikatorInnen, etc.;
  • Herausgabe von schriftlichem Informationsmaterial über die Dienste der Beratungsstellen sowie des Arbeitsmarktservice in der jeweiligen Muttersprache.