ARBEITSMARKTPOLITISCHE BETREUUNGSEINRICHTUNG

 

Die arbeitsmarktpolitische Betreuungseinrichtung des Beratungszentrums für Migranten und Migrantinnen in 1010 Wien, Hoher Markt 8/4/2/2, (i.d.F. das Beratungszentrum) besteht seit 1983. Es ist eine der ältesten und größten Beratungseinrichtungen in Österreich und eine wichtige und unabhängige Anlaufstelle, Drehscheibe und Kooperationsstelle bzw. Netzwerk für Migranten und Migrantinnen in Wien

 

Die ursprüngliche Intention zielte auf eine Betreuung der ArbeitsmigrantInnen aus den traditionellen Herkunftsländern Jugoslawien und Türkei ab. Mittlerweile wurde die Betreuungseinrichtung ausgebaut und vergrößert. Im November 2004 wurde durch Übernahme der Agenden des ehemaligen Wiener Integrationsfonds das Betreuungsangebot erweitert und bietet Beratung mit 14 BeraterInnen in 16 Sprachen an.

 

Situationsbeschreibung – Lage in Wien

 

Wien hat in Österreich den größten Anteil an MigrantInnen. Die Wiener Wohnbevölkerung betrug mit Stichtag 01. Jänner 2007 1,66 Million (Statistik Austria, Bevölkerungsstatistik 2007). Davon waren 317.991 ausländische StaatsbürgerInnen. Zieht man das Geburtsland heran (unabhängig von der Staatsbürgerschaft) sind 522.901 WienerInnen nicht in Österreich geboren, d. h. fast jede/r dritte lebende WienerIn hat Wurzeln im Ausland.

 

173.288 kommen aus dem ex-jugoslawischen Raum (in erster Linie aus Serbien-Montenegro und aus Bosnien-Herzegowina). 69.112 der WienerInnen haben türkische Wurzeln.

 

Diese Zusammensetzung der Bevölkerung spiegelt sich in den Erwerbspersonen wieder: 16, 8 % (gesamt 123.948) (Biffl 2007, S. 23ff.) der Beschäftigten in Wien hatten 2006 keine österreichische StaatsbürgerInnenschaft. Nur mehr 67.727 von diesen unterlagen dem AusländerInnenbeschäftigungsgesetz. Der Rest kommt v. a. aus den alten EU-Ländern (insbesondere aus Deutschland), zunehmend aus den neuen EU-Ländern, sind Familienangehörige von ÖsterreicherInnen oder sind aus sonstigen Gründen vom AusländerInnenbeschäftigungsgesetz ausgenommen.

 

Die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte erfolgt vor allem in Bereichen, die saisonalen Schwankungen unterworfen sind – z. B. Fremdenverkehr, Landwirtschaft und Baubereich – und in Branchen, die eher gering entlohnt sind und wo erschwerende Arbeitsbedingungen vorliegen (z. B. Reinigung, Sachgütererzeugung, Handel, Gesundheits- und Pflegebereich). MigrantInnen sind zumeist in Klein- und Mittelbetrieben beschäftigt.

 

Dies sind u. a. auch Gründe warum MigrantInnen öfters von struktureller und saisonaler Arbeitslosigkeit als InländerInnen betroffen sind. 2006 waren fast ein Viertel der Wiener Arbeitslosen Personen mit einer nicht österreichischen StaatsbürgerInnenschaft. Die Arbeitslosenrate von MigratInnen betrug 13,4 % (AMS 2006, eigene Berechnungen).

 

Die (Aus-) Bildungssituation von Migrant/innen ist sehr unterschiedlich. Einerseits weisen MigrantInnen, die nicht in Österreich geboren sind, große Bildungsdefizite auf (Bock-Schappelwein 2006, S. 192ff.). 37,2 % aller MigrantInnen (zwischen 25 und 64 Jahren), die auch im Ausland geboren sind, weisen maximal einen Pflichtschulabschluss auf. Bei türkischen StaatsbürgerInnen sind dies sogar 80 %, bei StaatsbürgerInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien 46 %.

 

Andererseits haben im Ausland geborene MigrantInnen einen fast gleich hohen Anteil an HochschulabsolventInnen (Fachhochschule, Akademien, Universitätsabschluss) als Österreicher/innen, die auch in Österreich geboren sind 17,6 % im Vergleich zu 18,2 %. Vor allem im letzten Jahrzehnt kam es zu einer Zuwanderung von Personen mit einer tendenziell höheren Bildung.

 

Verwendete Literatur:

Biffl, Gudrun/ Bock-Schappelwein, Julia 2007: Zur Niederlassung von Ausländerinnen und Ausländer in Österreich. Wien.

Bock-Schappelwein, Julia 2006: Ungleiche Ausbildungsstruktur unter der ausländischen Wohnbevölkerung in Österreich: Herausforderung für den Aus- und Weiterbildungsmarkt. In: Wirtschaftspolitische Blätter, 2/2006,S. 191 – 204. Wien.

  

Unsere Zielgruppe

 

Grundsätzlich stehen die Angebote der Betreuungseinrichtung allen ArbeitsmigrantInnen offen. Priorität haben jedoch Männer und Frauen mit nicht-deutscher Muttersprache (Migranten und Migrantinnen unabhängig von der Staatsbürgerschaft) und deren Angehörige bzw. österreichische StaatsbürgerInnen mit Familienangehörigen nicht-deutscher Muttersprache sowie anerkannte Konventionsflüchtlinge, die in Wien leben.

 

Ziel

 

Ziel der Arbeit ist jene Faktoren zu beseitigen, die die gesellschaftliche Integration und den erfolgreichen (Wieder-) Einstieg von MigrantInnen in den Arbeitsmarkt, den Beruf bzw. die Ausbildung erschweren oder gefährden. Der Schwerpunkt liegt in der Beratung, Betreuung, Information und Unterstützung. Die Beratung ist auf Problemlösung ausgerichtet, Betreuung stabilisiert und erweitert die Handlungskompetenz der Ratsuchenden. Hilfe zur Selbsthilfe steht im Vordergrund.

 

Das Ziel wird durch ein breit gefächertes Hilfs- und Serviceangebot in Form von Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit, muttersprachlicher Beratung, Betreuung bzw. Hilfestellung erreicht.

 

Wir bieten speziell bei Migrationsproblemen Information, Beratung, Betreuung und Hilfestellung bezüglich Aufenthalts, Beratung in verschiedenen Rechtsfragen, Unterstützung im Umgang mit Behörden, Hilfe bei Sprach- und Wohnproblemen und Hilfestellung bei der Erlangung eines Arbeits- bzw. Ausbildungsplatzes. Bei Problemen bzw. Missverständnissen in der Kommunikation zwischen Ämtern/Behörden und MigrantInnen hat das Beratungszentrum eine wichtige Vermittlungs-, Ergänzungs- und Brückenfunktion in Wien.

 

Unsere BeraterInnen verfügen über folgende Qualifikationen:

 

Wir bieten den Ratsuchenden besondere Kundennähe und klientenzentriertes Arbeiten an, aufgrund von:

 

Beratungssprachen

 

Arabisch, Armenisch, Bosnisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Kroatisch, Kurdisch, Polnisch, Russisch, Serbisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch

 

 

Beratungsschwerpunkte

 

 

Unser Folder in Beratungssprachen

 

Arbeitsmarktpolitsche Einrichtung wird gefördert von